2. Liechtensteiner Impact Investing Forum: Chancen durch Impact Investing

Am 6. Februar fand in Schaan zum zweiten Mal das Liechtensteiner Impact Investing Forum statt. In ihrem dritten Beitrag schreibt die Expertin für Responsible Investing Dr. Ingeborg Schumacher, welche Chancen die Teilnehmenden an der Veranstaltung dem Impact Investing zukünftig einräumen. Die hochkarätig besetzte Veranstaltung hat ihrer Ansicht nach auch anhand aussagekräftiger Beispiele den Begriff des Impact Investing greifbar gemacht: 

Impact Investing kann die traditionelle Trennung zwischen finanziell ausgerichteten Investitionen und philanthropischen  Spenden aufheben.  Die Investitionen werden dadurch charakterisiert, dass sie einen klaren sozialen oder ökologischen Zweck verfolgen. Dies muss messbar sein und einen wichtigen Teil der Strategie darstellen. Beim Impact Investing Forum 2014 wurde die Firma Barefoot Power, die kleine, günstige Solarlampen herstellt, von der Expertin für Impact Investing Julia Balandina als gutes Beispiel genannt. Mit ihren Lampen profitieren bereits 5 Millionen Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern von sauberen, günstigen Licht.  Im Vergleich zur Nutzung von Kerosinlampen können die Anschaffungskosten nach sechs Monaten amortisiert werden. Die Nutzer können ausserdem Unfallgefahren und das Krebsrisiko durch die Lampen vermieden.

 

Im Fokus: Gesundheit, Bildung, Energieeffizienz…

Impact Investments sind meistens auf bestimmte Themen wie Gesundheit, Bildung oder Energieeffizienz fokussiert und werden durchaus in verschiedenen Anlagekategorien angeboten. Dabei werden Investitionen unterschieden, die einerseits eine marktgerechte Rendite erwirtschaften: „financial first“. Hierbei werden im Bereich Private Equity durchaus jährliche Renditen von über 15% erreicht.  Andererseits gibt es Strategien, bei denen der gesellschaftliche Nutzen im Vordergrund steht –„impact first“. Hier sind Investoren durchaus bereit, Renditen unter Marktniveau zu akzeptieren. Investitionen in Mikrofinanz erfreuen sich jedoch steigender Beliebtheit. Neben den gesellschaftlichen Effekten zeigen Performancevergleiche des von der Genfer Firma Symbiotics erstellten Microfinanceindices mit konventionellen Investments eine attraktive, stabile Rendite. Darüber hinaus bieten sie auch Diversifikationsmöglichkeiten gegenüber konventionellen Anlageinstrumenten.

 

Wie Stiftungen Impact Investing nutzen

Die Canopus Stiftung stellt ein eindrückliches Beispiel dar, wie innovativ Stiftungen im Rahmen ihrer Anlagepolitik wirken können.  Sie kann sowohl vom Kapital als auch vom Know-how der Beteiligungsgesellschaft des Gründers profitieren. Dabei wird  in Firmen im Bereich erneuerbarer Energien und Energieeffizienz investiert.  Neben dem Gründungskapital auch werden der Stiftung auch regelmässige Erträge aus  Dividenden der Beteiligungsgesellschaft zugeführt.

 

Das Ziel der Stiftung ist es, Unternehmen der ländlichen Energieversorgung in Entwicklungsländern „Solar for All“ zu fördern. Dies wird mit verschiedenen Vehikeln vorangetrieben: Die Stiftung hat Innovationspreise ausgeschrieben, bei denen Solarideen honoriert werden. Für die weitere Entwicklung der beteiligten Firmen hat die Stiftung einen Investmentfonds für Solarunternehmen in Asien und Afrika aufgelegt. Weiterhin gibt es ein Kreditprogramm, um die unterschiedlichen Finanzierungsbedürfnisse von Projekten und Unternehmen im Kontext des Stiftungszwecks abzudecken. Für die gelungene Implementierung der verschiedenen Aktivitäten nutzt die Canopus Stiftung schliesslich ein gutes Netzwerk und intensive Kooperation mit  gleich gesinnten Stiftungen, Entwicklungsbanken und Technologie-Instituten.

 

Weiterführende Informationen finden Sie auf folgenden Seiten:

Share on Facebook
Bookmark this on Delicious