2. Liechtensteiner Impact Investing Forum: Neues Handwerkszeug für institutionelle Anleger

Angesichts gesunkener Zinserträge, so Resonsible Investing Experting Dr. Ingeborg Schumacher in ihrem zweiten Posting über das Liechtensteiner Impact Investing Forum,  stehen institutionelle Investoren wie Stiftungen oder Pensionskassen bei der Vermögensverwaltung vor besonderen Herausforderungen. Sie müssen ihre Verpflichtungen wie Pensionszahlungen oder Ausschüttungen in Form von Förderbeiträgen einhalten. Andreas Reichlin von PPC Metrics erläuterte, dass der klassische Zielkonflikt zwischen der Erhaltung der Kaufkraft, der Vermeidung von Anlagerisiken sowie stabilen Ausschüttungen immer komplexer werde.  Zur Lösung dient laut den Experten auf der Veranstaltung die Festlegung einer Anlagestrategie auf der Basis von Risikofähigkeit und –bereitschaft sowie von Wertschwankungsreserven sowie ein Ausgabenmodell, das flexibel zu hohe Ausgaben korrigiert.

Weiterhin wurde deutlich: Stiftungsräte sollten sich auch ihrer Haftungsrisiken bewusst sein.  Sie müssten sogar mit ihrem Privatvermögen geradestehen; allerdings nur, wenn eine Pflichtverletzung nachgewiesen werde, der entstandene Schaden in ihrer Verantwortung entstanden ist. Zur Vermeidung empfehlen die Experten der Zürich Versicherung regelmässige Dokumentationen, dazu kann nach Aussagen von Consaltis ein Investment Controlling als Nachweis der Sorgfaltspflicht und angesichts steigender Transparenzansprüche helfen. Mit einer Kontrolle, ob rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen eingehalten werden können Problemfelder rechtzeitig erkannt werden. Es kann jedoch beruhigen, dass bisher nur Klagen bei Pensionskassen aufgrund von Veruntreuung bekannt sind.

Eine weitere Alternative im aktuellen Investitionsumfeld stellt nach Ansicht der Experten die Investition in alternative Anlagen wie Private Equity dar. Durch die Bereitstellung von Kapital für unternehmerisches Engagement können auch regionale Strukturen und Unternehmen gestützt werden.  Die Experten von PWC sehen im Bereich von Impact Investments grosses Potential auch für Finanzdienstleister aus Liechtenstein. Hier wurden bereits erste Produkte aufgelegt, wie der Microfinance-Fonds oder ein Wasserfonds. Dabei können Anbieter auch von attraktiven Standortvorteilen wie dem EWR-Zugang profitieren. Angesichts des wachsenden Aufbaus von Infrastruktur vor allem in Schwellenländern besteht ein hoher Investitionsbedarf.

Die Investition in Private Equity bietet durchaus Chancen für Anleger, eine hohe Risikoprämie zu erwirtschaften, wobei allerdings zwischen den verschiedenen Managern grosse Unterschiede bestehen, die wesentlich grösser sind als beispielsweise bei Aktien. Die Umsetzung ist auch komplexer,  angesichts von Overcommitment-Strategien und notwendiger Diversifikation über Sektoren, Finanzierungsstrategien und Vintage-Jahren. Solche Umsetzungsprobleme sind lösbar, doch auch zeit- und ressourceneffizient. Somit ist vor einer Investition der Aufwand auch dem höheren Ertrag gegenüberzustellen und erfahrene Manager sind zu bevorzugen.

Zu den Vorträgen des Impact Forums

© Vaduzer Medienhaus AG

 

 

 

 

 

 

 

 

Photo © Medienhaus Vaduz AG. Von links nach rechts:

  • Julia Balandina Jaquier, JBJ Consult
  • Claudio Tettamanti, PWC
  • André Zimmermann, SHS Gesellschaft f. Beteiligungsmanagement mbH
  • Volker Pfahlert, Numares GmbH
  • Ingeborg Schumacher, Forum NG
  • Oliver Waldherr, Consaltis AG
  • Berenike Wiener, Bundesverband Deutsche Stiftungen
  • Andreas Reichlin, PPC Metrics
  • Michael Kuhn, Consaltis AG

 

 

 

Share on Facebook
Bookmark this on Delicious