Mehr Transparenz: Die neuen Fund Factsheets der Kaiser Partner Privatbank

Die Fund Factsheets der Kaiser Partner Privatbank bieten jetzt über das übliche Informationsmass hinaus Angaben, wie weit die Fonds-Managements bei der Auswahl der Titel auch ökologische, soziale und Corporate-Governance-Kriterien berücksichtigen. Die dafür gängige Abkürzung ESG beruht auf den englischen Begriffen „environmental“, „social“ und „Governance“. Die Meinung setzt sich langsam durch, dass ESG-Faktoren die Performance eines Unternehmens stark beeinflussen können. Hintergründe dazu von Dr. Ingeborg Schumacher-Hummel, Senior Advisor Responsible Investing.

Immer mehr Analysten und Fonds-Manager bekennen sich dazu, ESG-Faktoren in konventionelle Anlageprozesse zu integrieren. Mittlerweile haben sich rund 500 Investment-Manager und mehr als 200 institutionelle Anleger öffentlich dazu verpflichtet, die Principles for Responsible Investment (PRI) umzusetzen und diese somit im Finanzmarkt zu verankern. Ihre Sensibilisierung auf bisher extra-finanzielle Kriterien beruht darauf, dass sie an deren Wert für Anteilseigner glauben. So sind viele Finanzchefs davon überzeugt, dass ESG-bezogene Informationen stellvertretend für die Qualität des Managements eines Unternehmens betrachtet werden können.

Ein Beispiel: Der Geschäftsbericht 2009 unserer Privatbank erwähnte die negativen finanziellen Folgen mangelnder Sicherheitsmassnahmen von BP im März 2005 in der Ölraffinerie Texas City. Im Frühjahr 2010 dann mussten viele Investoren miterleben, wie die Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon zeitweise die halbe Börsenkapitalisierung von BP eliminierte. Diese Manifestierung von ESG-Risiken unterstützt die Forderung, bei Anlageentscheidungen systematisch solche Informationen zu berücksichtigen.

Für die Analyse der ESG-Performance von Unternehmen als Herausgeber von Obligationen und Aktien werden sowohl einzeln erhobene ESG-Indikatoren als auch aggregierte Ratings beigezogen. Auch für die Analyse supranationaler Organisationen oder Staaten als Obligationen-Emittenten gibt es heute eine gute Informationsbasis.

Kaiser Partner führt für ihre Obligationenempfehlungen systematisch die Beurteilung des Bonitätsrisikos mit der ESG-Bewertung zusammen und optimiert damit die Auswahl der Emittenten. Im Aktienbereich setzt das Portfolio-Management primär Anlagefonds ein. Bei Aktienfonds gibt es zwar eine zunehmende Anzahl an Produkten, die explizit nachhaltige Kriterien berücksichtigen. Doch trotz der steigenden Anzahl an Fonds und darin verwalteten Vermögen ist die Auswahl noch zu gering, um damit die Asset Allocation in der Vermögensverwaltung komplett abdecken zu können.

Exklusive Methodik für Fonds-Beurteilung
Daher hat Kaiser Partner mit Hilfe eines externen Partners eine exklusive Methodik erarbeitet, um auch konventionelle Fonds zu beurteilen, inwieweit sie ESG-Kriterien berücksichtigen. Die Analyse besteht aus einem quantitativen und einem qualitativen Teil. Bei der quantitativen Analyse werden die Einzeltitel der Fonds mit Hilfe von Schlüsselkriterien evaluiert.

Als Umweltfaktoren werden etwa der CO2-Ausstoss der Unternehmen oder die Energie- und die Wasserintensität ihrer Aktivitäten untersucht. Im Bereich der Sozialkriterien werden Kennzahlen zur Betriebssicherheit, zur Fluktuation der Mitarbeitenden oder zum Frauenanteil im Management beurteilt. Zur Messung der Corporate Governance werden Corporate-Governance-Kenngrössen bewertet. Auch der Anteil unabhängiger Verwaltungsräte bietet hier einen Anhaltspunkt. Die Daten werden auf Einzeltitelebene erhoben und auf Fondsebene aggregiert.

Zusätzlich zur Analyse der Unternehmensdaten werden unabhängige Informationen zu kontroversen ökologischen und sozialen Risiken in die Betrachtung einbezogen. Diese stammen aus einer Datenbank, für die Medienberichte oder Informationen von Umweltorganisationen als Quellen dienen. Die Quellen werden je nach Relevanz gewichtet und entsprechend dargestellt.

Die Ergebnisse dieser Holdingsanalyse werden durch eine qualitative Analyse ergänzt bzw. verifiziert. Dazu werden Interviews mit Fonds-Managern geführt. Die Fragen orientieren sich an internationalen Leitlinien wie den Principles for Responsible Investing (PRI) oder den Standards für die Berichterstattung von Nachhaltigkeitsfonds.

ESG-Performance im Quervergleich
Auch über die jeweiligen Peer Groups werden die Informationen gesammelt. So können die Portfolio-Manager und die Berater der Kaiser Partner Privatbank – und natürlich die Kunden – sehen, wie die jeweiligen Fonds im Vergleich zu ihren direkten Konkurrenten abschneiden. Die Ergebnisse werden sowohl für die einzelnen Bereiche E, S und G als auch in einer Gesamtbeurteilung dargestellt.

Aus der kontinuierlichen Integration von ESG-Kriterien ins Portfolio-Management ergeben sich zusätzliche Risikoparameter. Sie liefern Hinweise auf potenzielle Risiken, die den Wert und die Gewinnaussichten von Unternehmen beeinflussen könnten. Die Analysen helfen, die Fondsauswahl nach aktuellen Erkenntnissen auszurichten und damit deren Qualität noch weiter zu verbessern.

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